19. Mai 2012

TIERE

Kolumne von Dr. Peter Kollmann

Fitmacher für den Frühling


Dr. Peter Kollmann, Tierarzt in Gaspoltshofen, Tel. 07735/6943

Der tierische Organismus steht dem Angriff von Krankheitserregern nicht wehrlos gegenüber, sondern verfügt über verschiedene Schutzeinrichtungen, um das Eindringen der Mikroorganismen zu verhindern bzw. diese zu vernichten. Dieses Verteidigungssystem ist das Immunsystem.

Dieses System ist über den ganzen Körper verbreitet. Die Abwehrkräfte können angeboren sein, und sie richten sich nicht gegen einen bestimmten Erreger, sondern mehr oder weniger gegen alle Mikroorganismen. Ihre Wirkung ist demnach unspezifisch. Außerdem besteht die Möglichkeit, dass der Organismus unter der Einwirkung von Krankheitserregern Abwehrkräfte bildet, die sich jeweils nur gegen spezifische Erreger richten, die Anlass zur Bildung der Abwehrstoffe gegeben haben .

Viele Organe und Gewebe spielen im Abwehrsystem eine wichtige Rolle. Wird der Abwehrmechanismus gestört, leidet die Effizienz des Immunsystems. Ursachen können kranke Organe, Stress, Alter, hoher Infektionsdruck, Mangel- oder Unterversorgung sein.

90 Prozent aller Krankheiten werden durch eine Störung im Stoffwechsel hervorgerufen. Durch die Unausgewogenheit von Mikrobausteinen (Vitamine, Mineralien, Spurenelemente, Fette, Aminosäuren) werden die Körperzellen nicht mehr optimal versorgt, so dass sie ihre Aufgabe nur unvollständig verrichten können. Besonders trifft ein solcher Mangel das Abwehrsystem, das neben der Leber, dem Verdauungssystem, der Haut und dem Herz-Kreislaufsystem den größten Verbrauch an Vitalstoffen aufweist. Folge ist eine allgemeine Verschlechterung der Abwehrlage eines Tieres. Es erkrankt. Jungtiere kommen z. B. mit einer geschwächten Immunitätslage auf die Welt, die ein Grundstein für weitere Krankheiten in den späteren Lebensjahren sein kann.

Wie alle Organe und Lebensfunktionen unterliegt auch das Immunsystem einem Alterungsprozess. Es büßt seine Leistungsfähigkeit ein. Dagegen sollten Sie etwas tun. Hilfe von außen trägt dazu bei, die Leistungsfähigkeit des Immunsystems zu stärken und dessen Anfälligkeit hinauszuzögern. Beides hat einen positiven Einfluss auf das Allgemeinbefinden des Tieres.

Durch die ständige Verabreichung von Vitalstoffen über die Nahrung werden im Körper Reserven angelegt, die nach Bedarf einsatzbereit sind. So wird einer Mangelsituation vorgebeugt und eine schwere Erkrankung verhindert. Das ist angezeigt bei Tieren in der Rekonvaleszenz, als Unterstützung bei Schutzimpfungen, bei Entzündungen, zur Verringerung der Gefahr von Rückfällen nach Erkrankungen, bei chronischen Infektionen, zur Unterstützung der Hautabwehr bei Dermatosen, beim Absetzen/Aufzucht von Jungtieren, bei alten Tieren sowie vor/ nach Operationen und als Vorbeugung.

Es gibt viele Präparate, die verschiedenste Vitamine, Spuren- und Mengenelemente sowie andere Stoffe beinhalten, die regelmäßig verabreicht werden sollten. Bitte lassen Sie sich aber von einem Fachmann über das jeweilige Produkt und dessen Einsatz beraten, denn auch hier können bei einem falschen Einsatz Erkrankungen entstehen.