19. Mai 2012

AKTUELLES

Pfarrköchinnen verraten ihre köstlichen Geheimnisse


In Pfarrhöfen und Klöstern wird seit jeher viel Wert auf gutes Essen und Trinken gelegt. Schon Jesus saß mit Menschen gerne bei Tisch. Beim Essen und Trinken geschahen viele Wunder. Kein Wunder, dass Pfarrhaushälterinnen als gute Köchinnen gelten. Sie lüften nun ihre Kochtöpfe und geben ihre Rezeptgeheimnisse preis.

Im Verlag Ennsthaler sind zwei Bände mit Rezepten aus dem Pfarrhaushalt erschienen, die Gutes für Leib und Seele versprechen. Band 1 enthält knapp 300 Rezepte von 81 Pfarrköchinnen, Band 2 fast 400 Schmankerl von 105 Köchinnen.

Auch aus dem Landl stammen viele Tipps für Genießer. So verrät Marianne Lengauer (57), seit 26 Jahren Pfarrhaushälterin in Raab, ein Menü vom Feinsten: Biskuitschöberlsuppe, Jungfernbraten in Rahmsoße mit Erdäpfelkroketten und dazu eine Mokka-Obers-Creme. Sie schreibt auch, wie man delikate Mostkeks und einen Moni-Burgi-Kuchen zubereitet. Diese saftige Mehlspeise heißt deshalb so, „weil mir meine Schwester Monika und meine Freundin Burgi Frisch, von der auch das Rezept stammt, viel in der Küche helfen,” erzählt Lengauer, die eine Vorliebe für Süßspeisen hegt.

Das gilt auch für Anna Wistauder. Die 71-jährige ist seit 1969 Pfarrköchin in Pram. Sie gibt unter anderem die Zubereitung eines Ölguglhupfs in verschiedenen Variationen preis.

Elisabeth Ebner, die 45 Jahre den Pfarrhaushalt in Weibern führte, verrät beispielsweise, wie eine Französische Erdäpfelsuppe am besten schmeckt. Auch Elisabeth Prömer (Kallham), Resi Radlgruber (Gallspach), Gerlinde Hagmann (Zell/Pram), Maria Hofer und Angela Pichler (beide aus Stroheim) laden zu Gaumenfreuden ein.

Die Speisenvorschläge zeichnen sich meist durch einfache Zubereitung und unkomplizierte Zutaten aus. Jede Buchseite enthält ein Rezept. Schon bei der Inhaltsangabe läuft einem das Wasser im Munde zusamen. Die Auswahl reicht von Suppen und Einlagen über Hauptspeisen mit und ohne Fleisch, darunter ein pikanter Bibelkuchen, Salate, Aufstriche, Jausen, Brot, Kekse und Haltbares bis zu Desserts und fertigen Menüvorschlägen. Band 2 enthält auch Fischgerichte.

Seit 1976 gibt es in der Diözese Linz die Berufsgemeinschaft der Pfarrhäushälterinnen, deren Berufsbild sich stark gewandelt hat. Es gibt nicht mehr nur die unverheiratete Frau, die im Pfarrhaus arbeitet und wohnt. Auch verheiratete, geschiedene und verwitwete Frauen üben diesen Beruf aus.

Band 1 (320 S.) der „Rezepte aus dem Pfarrhaushalt” kostet 14 Euro, Band 2 (432 S.) 18 Euro.