19. Mai 2012

AKTUELLES

Besonders stark ist die Nachfrage im Innviertel und in Eferding

Bedarf an Wohnungen steigt auch im Landl stark an

Seit 1998 wird alljährlich im Herbst der Wohnungsbedarf statistisch erhoben. So groß wie jetzt war die Nachfrage noch nie. 42.922 Oberösterreicher suchen eine Wohnung, die Hälfte davon, nämlich 21.400 Menschen, haben sogar dringenden Unterkunftsbedarf. Dringlichkeitsgründe sind Obdachlosigkeit, Hausstandsgründung, Scheidung, Kinderzuwachs, Belästigung durch Lärm oder Abgase, körperliche Beeinträchtigung, Wohnungskündigung, schlechte Wohnungsausstattung (Kategorie C, D nach dem Mietrecht) oder eine Entfernung von mehr als 100 Kilometer vom Arbeitsplatz.

Das größte Gedränge am Wohnungsmarkt herrscht im oberösterreichischen Zentralraum (Linz, Linz-Land, Wels, Wels-Land), wo 23 Prozent der Oberösterreicher, aber 60 Prozent aller Wohnungssuchenden leben. Überdurchschnittliche Bedarfszuwächse haben sich in den vergangenen zwei Jahren auch im Innviertel und speziell im Bezirk Eferding ergeben. In Eferding sind 386 Wohnungssuchende vorgemerkt. Das sind um 33 Prozent mehr als 2005.

Ähnlich die Situation im Bezirk Schärding, wo 223 Frauen und Männer (+ 32 %) auf eine neue Behausung warten. In Braunau stieg der Bedarf um 25 Prozent, in Ried um 15 Prozent. Anders das Bild im Bezirk Grieskirchen. Hier hat sich die Anzahl der Vorgemerkten von 262 auf 258 leicht reduziert.

Die Gründe für den steigenden Bedarf liegen, so das Wirtschaftsforschungsinstitut (WIFO), in der Zuwanderung, in der Zunahme von Singlehaushalten und im Älterwerden der Bevölkerung. Derzeit leben im Durchschnitt nur noch 2,5 Menschen in einer Wohnung. Tendenz fallend! Jährlich entstehen in Oberösterreich 2.400 neue Haushalte.

Aus all diesen Entwicklungen hat das WIFO berechnet, dass in Oberösterreich das Neubauvolumen um knapp 1.800 Wohnungen auf 9.350 Wohnungen pro Jahr gesteigert werden müsste. Wohnbau-Landerat Dr. Hermann Kepplinger reagiert auf die Wohnungsnot mit der Ankündigung, dass in den Jahren 2010 bis 2015 eine Aufstockung des Bauprogramms um mindestens 1.000 geförderte Wohnungen jährlich notwendig sei. Schwerpunkte des Bauprogramms seien mehrgeschossige Wohnbauten. Außerdem will Kepplinger den Boom bei Eigenheimen und Reihenhäusern durch die rasche Bewilligung aller Förderungsansuchen nützen.