LANDLER/IN DES MONATS
Seit 26 Jahren Präsident …
… in der Hochburg der Narren im Landl! In Gallspach schwingt Hans Offenzeller seit 26 Jahren als Präsident der Narrengesellschaft das Zepter. Ein Fasching ohne Offenzeller ist undenkbar. Der 63-jährige Tausendsassa ist ein begnadeter Schmähführer und blendender Organisator.

Hans Offenzeller
Die Gallspacher Narrenabende sind weithin bekannt. Seit 40 (!) Jahren füllen sie den Kursaal bis auf den letzten Platz. Etwa 70 aktive Mitglieder der Narrengesellschaft zünden ein Feuerwerk an Parodien, Witz, Musik- und Showeinlagen. Sie sorgen für Gesprächsstoff, der über den Fasching hinaus für viele Lacher gut ist.
Die närrischen Fäden zieht Hans Offenzeller. Er stand 1972 in einer Doppelconférence mit seinem Spezi Rudolf Gruber erstmals auf der Gallspacher Narrenbühne. „Von dieser Nummer reden die älteren Leute noch heute,” erzählt der 63-jährige Familienvater. Seit damals hat Offenzeller nur einen Narrenabend - nach dem Tod seiner Mutter - verpasst. Seit 28 Jahre führt er als Moderator durch die Veranstaltung.
1982 wurden am 1. Narrenabend die Grieskirchner Geschäftsleute so durch den Kakao gezogen, dass einer von ihnen mit dem Rechtsanwalt drohte, falls diese Passagen nicht aus dem Programm fliegen. Das schüchterte die damalige Narrenpräsidentin so ein, dass sie dem 2. Narrenabend ohne Vorankündigung fern blieb. „Da bin ich aus dem Stegreif als Präsident eingesprungen,” erinnert sich Offenzeller. Seither ist er als Boss unumstritten. Seine 100 % Zustimmung bei Neuwahlen würden sich viele Politiker wünschen.
Das humoristische Schwergewicht war 30 Jahre lang als Verkäufer bei Ford Danner tätig. „Mit 1,90 m und 120 Kilo plus war ich der größte und schwerste von allen,” sagt der „einzige Nichtbiertrinker mit Bauch.” Er ist eine unbezahlbare Fixgröße im Gallspacher Gemeinschaftsleben. Seit 40 Jahren bestimmt der umtriebige Hans im Vorstand des Sportvereins die Geschicke des Klubs mit, bei dem er einst selbst stürmte. 17 Jahre lang gab er als Stabführer in der Musikkapelle den Ton an. 2002 wurde durch seine Initiative wieder ein Faschingsumzug ins Leben gerufen.
Während Tochter Sandra (11) die Kindergarde verstärkt, haben die Söhne Jürgen (19), der einmal als Zeremonienmeister einsprang, und Stefan (22) sowie Gattin Eva Maria (48) mit der Faschingsgilde wenig am Hut. „Ein Narr in der Familie reicht,” lacht Eva Maria.

