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Michaelnbachs Bewohner sammelten drei Tage lang Ideen für die Ortsgestaltung
Ein ganzes Dorf sucht einen neuen Marktplatz

Bürgermeister Martin Dammayr (re.) mit Architekt Mag. Roland Gruber vor dem Siegerprojekt: „Wie sich das Ideenglas gefüllt hat, wusste ich, es wird was!”
Bevölkerung und Betreiber wünschen sich seit Jahren eine Vergrößerung und Modernisierung des Nah & Frisch-Marktes an der Grieskirchner Straße. Doch mit den vorhandenen baulichen Gegebenheiten ist das nicht möglich und ein umsetzbarer Alternativstandort ließ sich auch nicht so recht finden - die Sache steckte seit Jahren fest.
In dieser Situation kam Bürgermeister Martin Dammayr auf der Ortsbildmesse in Kleinraming mit der Architektengruppe „nonconform” ins Gespräch. Die junge Truppe hat mit der Bühne für das Sommertheater in Stadt Haag/NÖ und Projekten in ganz Österreich, in Norwegen und der Slowakei für Aufsehen gesorgt. Sie schlug vor, mittels einer Ideenwerkstatt vor Ort unter Einbindung der ganzen Bevölkerung nach Lösungen zu suchen.
Gesagt, getan. Drei Tage lang verwandelte sich im Dezember das Gasthaus Schörgendorfer in ein Architekturbüro. Die Michaelnbacher saßen an „offenen Stammtischen” zusammen und diskutierten heftig. „Die Suche nach dem idealen Standort für den Nahversorger führte natürlich schnell zur Frage, wo Michaelnbach in 10 Jahren steht,” kommentiert Architekt Mag. Roland Gruber die Ideensuche. Tabu war kein Vorschlag. Vom Weltraumbahnhof bis zum „Weltdorf des Leberkäses” - es gibt ja einen bekannten Produzenten im Ort - reichte die Ideenpalette. Die 130 Vorschläge wurden in „Ideengläsern” gesammelt.
Die Architekten moderierten die Gespräche. Gruber: „Nach eineinhalb Tagen hatten wir genug am Tisch. Da begannen sich die Vorschläge zu wiederholen.”
Daraufhin erarbeiteten die Planer vier Szenarien, über die in der Schlußrunde abgestimmt wurde.
Die überwiegende Mehrheit stimmte für folgenden Planungsvorschlag: Ein Durchstich vom Gasthaus Schörgendorfer zum Sportplatz ließe einen Platz entstehen, der für alle Bedürfnisse groß genug ist und auch die Schule ideal einbindet. Die Schüler müssten dann keine Straße mehr überqueren. Die Gemeinde Michaelnbach bekäme ein echtes Zentrum, einen lebendigen Dorfplatz für die Bewohner. Zwei Häuser müssten dafür allerdings geschleift werden.

Wohin mit dem Nahversorger und wie gestalten wir das Ortszentrum? „Vor der Ideenwerkstatt war nicht wirklich klar, was wohin kommen soll,” meint Manfred Itzenthaler (li.). „Da braucht man einen Mediator!” Stolz auf die lebendige Diskussion ist Alois Hütterer (re.): „Alle waren faszinierend aktiv. Michaelnbach hat die Reifeprüfung bestanden!”

„Mir gefällt der Prozess der Entscheidungsfindung, und das Ergebnis auch”, so Elisabeth Pühretmair (li.). Der neue Platz sei für Begegnungen gut geeignet: „Da lebt der Ort.” Dem schließt sich Gertraud Mörtenhuber (re.) an: „Dass sich jemand von außen die Situation vorurteilslos anschaut, habe ich sehr begrüßt.”

