19. Mai 2012

AKTUELLES

Hölzerne Perlen aus unseren Wäldern

Eine hölzerne „Perlenschnur” säumt in diesen Tagen einen Güterweg in St. Florian bei Linz. Hier liegen die kostbarsten Hölzer aus Oberösterreichs Wäldern. 1.400 Baumstämme, die ein Vermögen von etwa einer halben Million Euro wert sind. An dieser Laubholzbörse verdienen auch viele Waldbesitzer aus dem Landl gutes Geld.


Am 25. Jänner (9 - 15 Uhr) findet am Güterweg Niederfraunleiten in St. Florian beim Bauernhaus Linninger ein Aktionstag für alle Holzinteressierten statt. In Broschüren kann man alle Infos über jeden Bloch inklusive des erzielten Preises nachlesen. Dazu gibt es fachkundige Erklärungen und Verköstigung durch die Ortsbauern.

Oberösterreich ist eigentlich ein Land der Fichte. 60 % des Waldbestandes tragen Fichtennadeln. Diese einseitige Ausrichtung ist nicht mehr zeitgemäß. Zum einen schwächt der Klimawandel mit den zunehmenden Trockenperioden die Fichte und macht sie zu einem Fressen für den Borkenkäfer. Zum anderen bringen Laubbäume deutlich mehr Ertrag als die Nadelhölzer.

Das haben schon viele der mehr als 40.000 oberösterreichischen Waldbesitzer erkannt: Sie widmen sich vermehrt der Laubholzpflege. „Das wichtigste dabei ist ein möglichst dicker und astfreier Stamm. Der bringt das meiste Geld,” erklärt DI Alfred Söllradl, Bezirksforstinspektor von Linz-Land. „Die untersten 30 % des Stammes bilden 60 % der Masse und 90 % des Wertes des Baumes,” so der Experte.

„2007 betrug bei der Laubholzbörse der Durchschnittspreis 432 Euro pro Festmeter. Für Eiche gab es 393, für Nuss 1.700, für Kirsche 290 Euro. Den Höchstpreis erzielte ein Festmeter Bergahorn, für den 4.200 Euro bezahlt wurden. Insgesamt wechselten 1.200 Festmeter für 518.000 Euro den Besitzer,” rechnet DI Andreas Hofbauer vor. Er ist in der Landwirtschaftskammer Assistent der Geschäftsführung des OÖ. Waldbesitzerverbandes, der zum fünften Mal die Laubbaumbörse durchführt.

Heuer beteiligen sich wieder mehr als 500 heimische Waldbesitzer an der Submission. Die Kaufinteressenten kommen aus ganz Europa. Hofbauer: „Das Spektrum reicht vom kleinen Tischler über den Furnierholzhändler bis zum Geigenbauer.” Bis 21. Jänner können sie ihr geheimes Offert in einem Kuvert mit der Nummer des Blochs ihrer Wahl abgeben.