19. Mai 2012

AKTUELLES

3.000 Wunschzettel an die Verkehrsplaner

Das öffentliche Verkehrsnetz im Bezirk Grieskirchen soll nach den Bedürfnissen der Bewohner neu gestrickt werden. Deshalb wurde in 33 Gemeinden eine Haushaltsbefragung durchgeführt. Über 3.000 „Wunschzettel” wurden abgegeben. Das sind mehr als erwartet.

10 bis 12 Prozent aller Bewohner im Landl sind nicht mobil, haben also kein eigenes Fahrzeug zur Verfügung. Sie sind auf öffentliche Verkehrsmittel angewiesen. Außerdem gibt es viele Landsleute, die bei optimalen Bus- oder Schienenverbindungen beispielsweise als Pendler ihr eigenes Gefährt in der Garage lassen würden.

Um die Wünsche an das öffentliche Streckennetz zu eruieren, wurde Ende des Vorjahres eine Haushaltsbefragung durchgeführt. 33 Gemeinden verschickten an ihre Bewohner Fragebögen. Nur St. Thomas machte bei der Aktion nicht mit. „Bisher haben wir mehr als 3.000 Fragebögen zurückbekommen, wobei uns die aus Bad Schallerbach noch fehlen. Dieser Rücklauf ist mehr als wir erwartet haben,” freut sich Verkehrsplaner Dipl. Ing. Günther Rettensteiner aus Graz. Sein Büro erstellt seit Jahren im Auftrag des Verkehrsreferats der Landesregierung Bezirksverkehrspläne für Oberösterreich. Grieskirchen kommt neben Braunau als einer der letzten Bezirke an die Reihe.

Die zahlreich ausgefüllten Fragebögen lassen gute Rückschlüsse auf die Bedürfnisse der (potenziellen) Bus- und Zugfahrer zu. „Derzeit werden alle Unterlagen digitalisiert, dann beginnen wir mit der Auswertung,” so Rettensteiner. Spätestens Ende Februar liegen die Ergebnisse vor, die dann einer eigens gegründeten Arbeitsgruppe vorgelegt werden, in der Gemeinden, Bezirkshauptmannschaft und Land vertreten sind.

Das Um und Auf eines attraktiven Verkehrsangebotes sind Taktfahrpläne. Rettensteiner: „Diese müssen möglichst einfach sein und ideale Anschlussverbindungen bieten.” Auch der Wochenendverkehr soll verbessert werden. Bisher sind ja beispielsweise Spitalsbesuche in Grieskirchen mit öffentlichen Verkehrsmitteln an Wochenenden fast nicht möglich. Das neue Verkehrskonzept soll spätestens zu Schulbeginn 2009 stehen. Die Finanzierung im Bereich Schiene trägt das Land, bei den Bussen müssen ein Drittel der Kosten die Gemeinden aufbringen.

In anderen Bezirken bewähren sich die Taktfahrpläne bereits. Es gibt um bis zu 40 Prozent mehr Fahrgäste. Ins Mühlviertel müssen bereits Stockbusse eingesetzt werden, um den Andrang zu bewältigen.