TIERE
Wie wird die Katze stubenrein?
Der Trieb zur Reinlichkeit ist Katzen angeboren: Die Kloschale zweckentsprechend zu nutzen lernt das Kätzchen, sobald es auf eigenen Füßen die Nestgeborgenheit verlässt und zusätzliche Nahrung aufzunehmen beginnt. Das Kleine ahmt sein Vorbild, die Katzenmutter, nach. Mit Eifer und Ungeschick ist es beschäftigt, ein großes Loch zu scharren. Das Absetzen von Kot nötigt in erster Zeit mitunter einen Schrei ab - Schmerz und Aufregung. Es folgt der Versuch, das Ganze zu verscharren. Neben der Schale wird weiter gescharrt. Auch die Katzenmutter und Geschwister wirken mit. Menschenlob unterstreicht den bedeutungsvollen Akt. War das Kätzchen an Auslauf im Freien gewöhnt, bedeutet die Wohnungshaltung mit Katzenklo eine Umstellung. Sie fällt jungen Tieren nicht sonderlich schwer. Es kommt darauf an, dass die Katze wiederholt mit gutem Zuspruch in die Kloschale gesetzt und dabei auch zum Scharren in der Einstreu angeregt wird. Sollte sie an anderer Stelle schon Exkremente abgesetzt haben, ist es zweckmäßig, diese mit ein wenig Einstreu zu vermengen und in die Schale zu legen. So wird deren Bestimmungszweck für die Katze eher begreiflich. Auch bei Einzelkatzenhaltung ist die Aufstellung von mindestens zwei Kloschalen zu empfehlen, da viele Tiere das beschmutzte Klo ungern zum zweiten Male betreten. Bei Unterbringung mehrerer Katzen in der Wohnung ist die Zahl der Schalen entsprechend zu erhöhen. Bei Katzen, die bisher an Erde und Sand gewöhnt waren, ist die Umstellung auf anderes Einstreumaterial allmählich vorzunehmen. Je unmerklicher der Wechsel sich vollzieht, desto geringer ist die Gefahr von Komplikationen. Man mische zunächst beide Sorten Einstreu und verringere nach und nach den Anteil des bisher gewohnten Materials. Bei Übergangzu Katzenkloformen ohne Einstreu sind anfangs die bisher gewohnten Sägespäne, Sand oder Papierschnitzel in die Schale zu geben; die Menge ist langsam zu reduzieren. Die Beispielswirkung eingewöhnter Katzen erleichtert die Umstellung. Sofern das Katzenklo hinter geschlossener Türe steht, bedarf es Zeichen der Verständigung zwischen Mensch und Katze. Der Katzenhalter muss sein Tier kennen, beobachten und entsprechende Anzeichen zu deuten verstehen. Die Katze hat zu lernen, dass sie sich bemerkbar machen muss. „Unsaubere Katzen”, die ständig die ihnen zugewiesenen Örtlichkeiten missachten, gehören zu seltenen Ausnahmen. Es kann jedoch vorkommen, dass ein bisher reinliches Tier - vorübergehend oder periodisch - zu derartigen „Fehlhandlungen” neigt. Erzieherische Mittel, die der Katze ihr falsches Verhalten bewusst machen, sind ein lautes „Pfui” und ein kleiner Klaps auf das Hinterteil und das sofortige Hineinsetzen in die Kloschale. Günstig ist das Ertappen auf frischer Tat. Niemals aber sollte man - wie vielfach praktiziert - die Katze mit der Nase in ihre Exkremente stoßen. Sie leidet unter dieser Behandlung, misstraut dem Betreuer und zieht nicht unbedingt richtige Lehren daraus.
Autor: von Dr. Peter Kollmann, Gaspoltshofen

