19. Mai 2012

AKTUELLES

Österreichs bester Modellflieger kommt aus Kallham

„Ein Platz im WM-Finale der zehn Besten wäre Wahnsinn“


Gerhard Mayr und seine Tanja in San Marino

Gerhard Mayr dominiert den österreichischen Modellkunstflug wie Hermann Maier zu seiner besten Zeit den Skisport. Der junge Maschinenbautechniker aus Kallham gewann heuer in der Klasse F3A sieben von acht internationalen und nationalen Modellkunstflugbewerben. Nur einmal musste sich der Seriensieger mit Platz 3 begnügen. Das war in Liechtenstein.

Die größten Triumphe flog Mayr bei einer Veranstaltung in Deutschland, an der mehr als 60 Konkurrenten teilnahmen, und im Juli beim internationalen Cup in San Marino ein. Beide Male hatten die Gegner klar das Nachsehen. Im Bild rechts freuen sich Gerhard Mayr und seine Freundin und Flug-Assistentin Tanja Karl (20) aus Eberschwang über den Sieg in San Marino.

Diesen Montag hob das Duo zu seiner bisher größten sportlichen Herausforderung ab. Gerhard und Tanja flogen nach Argentinien, wo 500 km nördlich von Buenos Aires von 11. bis 18. 11. die Weltmeisterschaften in der F3A-Klasse abgehalten werden. Die 90 besten Modellflieger der Welt sind am Start. „Es wäre ein Wahnsinn, wenn ich das Finale der besten zehn erreichen könnte,” sagte der Kallhamer kurz vor dem Abflug. Im Vorjahr belegte Gerhard Mayr bei der Europameisterschaft in der Schweiz den ausgezeichneten 4. Platz. Neben Mayr sind aus Österreich noch zwei Wiener bei der WM am Start. Titelverteidiger ist ein Franzose, die härtesten Rivalen erwartet Mayr unter den Amerikanern und Japanern.

Tanja, die ihm die verschiedenen Programmpunkte ansagt und auf Fehler aufmerksam macht, und Gerhard haben sich penibel auf die WM vorbereitet. Seit März wurde sechsmal pro Woche täglich drei Stunden auf dem Modellflugplatz in Waizenkirchen trainiert. Das Grundprogramm besteht aus 22 Flugfiguren, die vor den Augen von fünf Punkterichtern in zehn Minuten in den Himmel gezaubert werden müssen.

Seine Flugzeuge baut sich der geschickte Handwerker Mayr selbst. An seinem Spitzenmodell hat der 22-jährige im Winter 600 Stunden gearbeitet. Es hat zwei Meter Spannweite, einen 4-Takt-Motor mit 3,5 PS, fliegt locker 150 km/h und ist die Kleinigkeit von 4.500 Euro wert. Im Eigenbau liegen die größten Geheimnisse des Modellflugsports. Da entscheiden Details, etwa bei der Flügeleinstellung, über Sieg und Niederlage. Gerhard Mayr ist dabei trotz seiner Jugend schon ein alter Hase.