LANDLER/IN DES MONATS
Anneliese & Dr. Gottfried Nöhammer
Anneliese und Dr. Gottfried Nöhammer sind die Landler des Monats November

Die Warnung war berechtigt. „Sagen Sie ja nicht Konsulent zu ihm. Da springt er an die Decke,” lacht Anneliese Nöhammer aus Natternbach. Sie weiß, dass sich ihr Ehemann nichts aus Titeln macht. Freude bereitet man Dr. Gottfried Nöhammer hingegen, wenn man die Volkskultur hochleben lässt. Wenn man alte Tänze und Lieder pflegt. Das tun Liesl und Friedl Nöhammer („Wir sind beide 66, aber mein Mann ist um drei Monate älter!”) seit 32 Jahren. 1975 haben die beiden (Bild) die Natternbacher Volkstanzgruppe mitbegründet, die im Laufe der Jahre in ganz Europa und auch in Kalifornien und Australien auftanzte. „Das war eine wunderbare Zeit. Wir alten Knacker müssen aber jetzt die Jungen für’s Tanzen und Singen begeistern, sonst ist nach uns tote Hose,” befürchtet Gottfried Nöhammer. Der pensionierte Arzt und hervorragende Organisator sowie seine Hackbrett spielende Gattin lassen nichts unversucht, um die Volkskultur unters Volk zu bringen. Mit Musikschuldirektor Norbert Hebertinger und der Aktion Gesunde Gemeinde haben sie in Natternbach das Projekt „Gemma tanzn und singa” ins Leben gerufen. An sechs Sonntagabenden wird in der Musikschule nach Herzenslust getanzt. Jede(r) ist herzlich willkommen, und der Zuspruch großartig. Am ersten Abend fanden sich mehr als 30 Paare ein. Das größte Kompliment ist die Altersstruktur der Teilnehmer. Sie sind zwischen 17 und 80 Jahre alt. Am 12. November (19.30 Uhr) findet im Gasthaus Tal der erste Gesangsabend mit Volks- und Wirtshausliedern statt. Da vorbeizuschauen, lohnt sich schon deshalb, weil man Liesl und Friedl Nöhammer trifft. Ihre Bekanntschaft ist ein Gewinn, ihre Begeisterung ansteckend.

