19. Mai 2012

AKTUELLES

Einzigartiger Baum-Schauraum

Geboltskirchner installierte in seinem Dachboden ein Holzmuseum mit über 200 Schaustücken

„Ich bin mit der Baumschere aufgewachsen,” lacht Rupert Uttenthaler aus Geboltskirchen. Der Naturliebhaber arbeitete mehr als 20 Jahre in ganz Oberösterreich als Baumpfleger. Nun eröffnete der Experte in seinem Dachboden einen einzigartigen Baum-Schauraum.

Solche Ast-Zwiesel, wie sie Rupert Uttenthaler im Bild links in seinem Schauraum präsentiert, sind potentielle Bruchstellen, die man durch Seile oder Ketten entschärfen kann. Uttenthaler ist auch ein großartiger Baumveredeler. Sein Meisterstück: Auf einem Baum mit frühen Mostbirnen wachsen jetzt von Juli bis November 35 (!) verschiedene Tafelbirnensorten.

Über Holz im Allgemeinen und Bäume im Speziellen braucht man Rupert Uttenthaler nichts zu erzählen. Da kennt sich der 59-jährige aus wie kein Zweiter. Der Gärtner- und Bienenwirtschaftsmeister („Meinen ersten Bienenstock bekam ich mit 12 Jahren. Seither habe ich durchgehend Bienen.”) ist seit 1986 als hochgeschätzter Baumfachmann unterwegs, seit 1992 als selbständiger Baumpfleger.

Auch wenn Uttenthaler seit einiger Zeit aus gesundheitlichen Gründen beruflich leiser treten muss, dreht sich in seinem Leben noch immer alles um „Bruder Baum”. Er studiert Fachliteratur, hält Vorträge über die richtige Baumpflege und hat nun sein Privatmuseum eröffnet. Im Dachboden seines Hauses in Geboltskirchen können Interessierte Uttenthalers einzigartigen Baum-Schauraum bestaunen.

Das „Museum” beherbergt mehr als 200 Ausstellungsstücke und Bilder, die der Hausherr ausführlich beschriftet hat. „Sie warten darauf, kritisch betrachtet und kommentiert zu werden,” sagt Rupert Uttenthaler, der diese Aufgabe für den Besucher gerne übernimmt. Die Exponate reichen von einem Birkenast, den Hornissen zur „Jausenstation” umfunktioniert haben, über gefährliche Ast-Zwiesel bis zu versteinerten, Millionen Jahre alten Holzstücken, die Uttenthaler aus dem Hausruckschotter der Trattnach gefischt hat. Unter den Bildern sind ebenso witzige wie außergewöhnliche Schnappschüsse, etwa von begehbaren Bäumen.

Wenn Uttenthaler durchs Land fährt, hängt sein Blick an den Bäumen. „Ich habe aus dem fahrenden Auto heraus schon statische Fehlerquellen an Ästen, so genannte Sollbruchstellen, entdeckt, die man jahrzehntelang übersehen hat, was in verbautem Gebiet gefährlich ist.” erzählt „Utti”, der natürlich weiß, wie man solche Gefahrenstellen fachmännisch durch Seilverschnürungen oder Kronenkürzungen entschärft.

Ärgerlich findet Uttenthaler, dass große Zierbäume oft viel zu nahe bei Häuser gepflanzt werden. Sie muss man dann umschneiden. „Waldbäume,” so der Experte, „gehören überhaupt nicht in einen Hausgarten.”