19. Mai 2012

AKTUELLES

Traum wurde wahr

Taufkirchner spielte sich ins Nationalteam

Ein Bubentraum wurde wahr: Franz Schiemer spielte sich von der Knabenmannschaft in Taufkirchen/Trattnach in 15 Jahren bis ins österreichische Fußballnationalteam. Der 21-jährige Verteidiger ist wahrscheinlich der einzige Oberösterreicher, der 2008 bei der Europameisterschaft Rot-Weiß-Rot vertritt.

Frankie mit Papa

Taufkirchen, Ried, Austria Wien, Nationalteam - was ist die nächste Station in der Bilderbuchkarriere von Franz „Frankie” Schiemer? „Mein Vertrag bei der Austria läuft bis 2009 und ich fühle mich hier sehr wohl. Aber einmal in der deutschen Bundesliga oder der englischen Premier League zu spielen, wäre natürlich ein Traum,” sagt der 21-jährige Taufkirchner.

Frankie hat hart für den Erfolg gearbeitet. Aus dem 6-jährigen Stürmer in der Taufkirchner Knabenmannschaft wurde mit 18 Jahren ein Verteidiger mit Stammleiberl in der Bundesligaelf des SV Ried. Vor zwei Jahren bot sich dem Riesentalent die große Chance. „Es war eine schwierige Entscheidung, doch sie war sicher richtig,” kommentiert Schiemer seinen Wechsel zum Starensemble von Austria Wien, den Manager Jürgen Werner und Peter Stöger eingefädelt haben. Nach einem - auch verletzungsbedingt - schwierigem ersten Jahr in Wien, hat sich der sprunggewaltige Innenverteidiger auch beim Bundesliga-Tabellenführer in die Stammelf gespielt. Gegen die Schweiz feierte Schiemer als Einwechselspieler sein Teamdebüt, beim Sieg gegen die Elfenbeinküste lieferte er gegen den Weltstar Drogba ein Klassespiel. 2008 will der Taufkirchner bei der EM dabei sein. „Das wäre eine Hammersache. So ein Ereignis gibt es ja für Österreich die nächsten 100 Jahre nicht mehr.”

„Er hat nie gejammert“


Franz Schiemer mit Mutter Eva, die sich seit ihrer Jugend für Fußball interessiert.

Zum Talent gehören auch Ehrgeiz und Biss, um im Profifussball Erfolg zu haben. All das zeichnet Franz Schiemer aus. „Die Belastungen waren für ihn oft wirklich sehr groß, doch er hat nie gejammert,” erzählt Mama Eva Schiemer (46). Als Gymnasiast in Ried brachte es der ballesternde Frankie oft auf 350 Fehlstunden im Jahr, trotzdem war er ein sehr guter Schüler. Eva Schiemer: „Oft ist er erst um 20 Uhr heimgekommen, hat dann bis 22 Uhr Hausaufgaben gemacht, und um 6 Uhr ist er schon wieder aus dem Haus gegangen.” Auch als gefragter Fußballprofi ist Fankie lernbegierig. Er studiert an der Fernuniversität Hagen Wirtschaftswissenschaften, „denn mit 35 Jahren ist es ja mit dem Fußball aus,” denkt Schiemer voraus. „Außerdem hatte ich als Fußballer immer die schwächste Zeit, wenn ich nichts für den Kopf getan habe. Hingegen erkämpfte ich mir im Maturastress in Ried einen Stammplatz.” In Wien, wo er mit Freundin Eva Großfurtner (22) wohnt, genießt der Taufkirchner auch das große kulturelle Angebot. „Im Herzen bleibt Frankie aber immer ein Rieder,” so Mutter Eva.

Stationen einer steilen Karriere